Tagebuch einer Patientin
   Tagebuch einer Patientin


Ich komme als kranker Mensch in das Krankenhaus......
Ich verlasse das Krankenhaus mit einem Gefhl als wre ich eine kaputte Maschine, die jetzt fertig repariert wurde.
Woher diese Gefhle kommen?
Das lasse ich Sie lieber in meinem Tagebuch lesen.
Ich kam eigentlich zu einer Routineoperation ins Krankenhaus, aber es gab eine schwere Komplikation.

Der erste Tag nach der O.P:

Um 7.00: Zwei Krankenschwestern kommen zu mir und helfen mir dabei, vom Bett zum Waschbecken zu laufen.

Augen auf machen motzt mich Schwester A. an.
Mach die Augen auf wiederholt sie im selben Ton.
Schwester B. erwidert: Sie macht Ihre Augen schon auf!
Zuerst verstehe ich nicht, warum sie das sagt, aber als ich vor dem Spiegel stehe, begreife ich, was los ist.
Meine Augen sind so zugeschwollen, dass man meinen knnte, ich wrde im Stehen schlafen.

Zweiter Tag:

Abends um 19.00, nach dem Durchgang, bei dem Fieber gemessen und Thrombosespritzen gesetzt wurden, kommt Schwester A. ins Zimmer und fragt die Patientinnen, ob sie noch etwas bruchten.
Ich antworte, dass ich gerne spter Zhne putzen wrde.

Die barsche Antwort erschreckt mich unheimlich:
Dann aber jetzt sofort, wer soll denn sonst nachher die Sachen aufrumen?! Oder machen Sie es vielleicht selbst?
Die Nachtschwester ist ganz allein auf der Station und man sollte ihr nicht so viel Arbeit machen.
Ich sage nichts mehr und kann nicht beschreiben, wie ich mich fhle. Hilflos...gedemtigt... enttuscht...
Ich habe eine Infusion, einen Katheter und trinke gerade Tee mit Zucker.
Ich hoffe, dass mir vielleicht spter eine Schwester hilft, meine Sachen aus dem Kulturbeutel zu holen.
Soll ich mich noch bedanken, dass sie mir wenigstens die Nierenschale auf dem Nachttisch stehen gelassen hat, damit ich mir den Mund aussplen kann?

Dritter Tag:

Mein Gesicht und mein Krper sind geschwollen. Ich habe stndig Kopfschmerzen. Alle vier Stunden bekomme ich Schmerzmittel.
Ich mchte mich gerne wiegen, aber niemand bringt mir eine Waage.
Der Stationsarzt erklrt mir, dass ich viel Blut verloren habe obwohl ich 3 Blutkonserven bekommen habe .Und ich sollte ein wenig Geduld haben, weil mein Krper nun viel Zeit zum regenerieren bruchte.

Vierter Tag:

Ich habe starke Kopfschmerzen und bekomme nachts um 4.30 Novalgintropfen.
Als Schwester C. ins Zimmer kommt, frage ich nach einem Voltarenzpfchen, weil ich auch starke Bauchschmerzen habe.
Die Antwort fllt kurz aus:
Nein, das ist zu frh, Sie mssen noch warten.
Ihre Stimme klingt gefhllos.
Ich wrde gerne noch im Bett liegen bleiben, aber ich traue mich nicht, dass zu sagen. Deshalb stehe ich auf. Ich bin wieder verzweifelt, als ich mein (geschwollenes) Gesicht im Spiegel sehe.
Schwester, ich mchte mich gerne wiegen
Nein, jetzt nicht antwortet Schwester C. kalt ohne weitere Erklrung.
Spter habe ich Durst, mein Mund und mein Hals sind ausgetrocknet, aber auf dem Nachttisch ist kein Sprudel und kein Glas mehr.
Ich drcke auf die Klinge und Schwester C. kommt ins Zimmer.
Kann ich bitte einen Sprudel und ein Glas haben?
Der Kaffee kommt gleich erwidert sie.
Kann ich vorher bitte noch ein Wasser haben?
Jetzt bringt sie mir den Sprudel mit dem Glas.
Wissen Sie, jeden morgen, wenn wir die Betten machen, nehmen wir alle Glser mit und lassen sie in die Kche zum Splen bringen.
Chefarztvisite:
Ich glaube, bei mir stimmt etwas nicht. Ich habe stndig Kopfschmerzen und mein Krper ist total angeschwollen.
Er wirft einen Blick in die Akte.
Sie haben zu wenig Eiwei im Blut, Sie bekommen heute zustzlich Eiwei und Vitamininfusionen.
Am Abend habe ich wieder Bauchschmerzen . Die Nachtschwester gibt mir ein Schmerzmittel, aber vorher muss ich (rectal) Fieber messen: 38,5
Zum ersten mal nach der Operation habe ich Fieber.
Ich berlege, warum das so ist.

Klar, wenn man regelmig Schmerzmittel bekommt ist das kein Wunder.
Auerdem wurde bisher unter der Achsel Fieber gemessen, dabei wird die Temperatur ja nicht so genau angegeben.

Fnfter Tag:

Endlich bringt mir eine (Krankenschwester)Schlerin eine Waage.
Ich habe drei Kilogramm zugenommen.
Bei der Visite erzhle ich der Stationsrztin noch einmal von meiner Nierenkrankheit und sie verordnet mir eine Wassertablette.
Nach dem Abendessen kommt Schwester C. ins Zimmer und fragt die Patientinnen wieder nach ihren Wnschen.
Ich sage: Nein, Danke, ich mchte nichts.
Um 19.00 (eine Stunde spter) kommt sie wieder und fragt noch einmal, ob wir etwas brauchen.
Ich sage, dass ich noch eine kleine Kanne Tee mchte.
(Die Antwort fllt wieder wenig herzlich aus:) Wir arbeiten hier nach Plan. Nach dem Abendessen haben Sie gesagt, dass Sie nichts brauchen, und jetzt wollen Sie eine Kanne Tee!
Immerhin, kurze Zeit spter bringt sie mir eine kleine Kanne Tee.
Ich traue mich nicht mehr, nach einer Thermoskanne zu fragen.
Zwischendurch packt mich ein Hustenreiz, und dann tut mir ein Schluck warmer Tee gut.
Spter schleiche ich mich Richtung Schwesternzimmer in der Hoffnung, auf eine nette Schwester oder Praktikantin zu treffen.
Da hre ich die Stimme von Schwester C. aus dem Schwesternzimmer:
Also, die Frau P, die hat jeden Tag neue Extrawnsche!
Schnell mache ich kehrt und flchte in mein Zimmer zurck.
In der Nacht habe ich Hunger.
Mein Bauch ist aufgeblht. Deshalb kann ich nur kleine Portionen essen.

Aber dafr habe ich mir etwas vom Abendessen aufgehoben.
Dann kippt mir aber die Blumenvase um und mein Abendbrot ist mit Blumenwasser durchtrnkt.

Als ich es dann der Nachtschwester sage, die in mein Zimmer kommt, meint diese, dass ich ruhig zu ihr kommen knne, wenn ich Hunger htte, sie knne mir dann Zwieback und Tee geben.
Um Mitternacht, ich habe sie nur nach Zwieback gefragt, hat sie zustzlich noch Tee fr mich gemacht.
Nach den schlechten Erfahrungen mit den anderen zwei Krankenschwestern empfinde ich die Nachtschwester als sehr nett.

Siebter Tag:

Am Nachmittag friere ich. Also frage ich eine Schwester, ob ich ein Thermometer haben kann, weil ich wissen mchte, ob ich Fieber habe.
Ich bekomme keins, wahrscheinlich hat sie es vergessen.
Spter bringt mich eine Praktikantin zur Untersuchung, einer Computertomographie.
Frau P, Sie haben einen groen Bluterguss unter dem Bauchmuskel.
Ein Oberarzt fragt mich: Haben Sie Fieber?
Heute morgen hatte ich kein Fieber, und wenn ich heute Abend messe, habe ich wahrscheinlich auch keines, weil ich vorher Schmerzmittel bekomme.
Seit gestern bekommen Sie neue Antibiotika, und wenn Sie dann immer noch so hohes Fieber haben, kann das eine Infektion bedeuten. Dann mssen wir den Bluterguss noch rausoperieren.
Aber jetzt wollen wir erst einmal abwarten.
Ich habe Angst und mache mir groe Sorgen.
Ich bekomme ein Fieberthermometer, damit ich mich jetzt messen kann, wenn ich mich fiebrig fhle.

NeunterTag:

Ich habe wieder starke Kopfschmerzen und eine nette Praktikantin hat mir Nacken und Rcken mit Franzbranntwein massiert. Das tut mir so gut.
Sie ist meine Seelentrsterin.
Dann kommt Schwester A. ins Zimmer und fngt an, mit mir zu meckern, ohne auch nur zu fragen:

Hier misst man nur einmal morgens und einmal abends Fieber, das reicht. Sie machen sich doch nur selbst verrckt.
Ihr barscher Ton macht mich fertig und ich finde es unmglich, wie sie mit den Patienten umgeht.
Meiner Meinung nach benimmt sie sich wie eine Schuldirektorin.
Ich habe das Gefhl, ich knnte ihre Gedanken lesen, die in etwa so lauten:
Ich bin eine erfahrene Krankenschwester und Du, Du bist nur ein Patient. Tu, was ich Dir sage, dann wirst du geheilt und kannst unsere Station (ganz schnell) wieder verlassen.

Zehnter Tag:

Visite: Ich erzhle dem Stationsarzt, dass ich nicht gut schlafen konnte, weil Schwester A mich ohne Grund angemeckert hat.
Schwester A erwidert darauf sofort, dass sie es doch nicht so gemeint habe, sie meine es ja nur gut mit mir.
Spter haben Schwester A und ich ein offenes Gesprch.
Ich sage ihr, dass sie mich gedemtigt hat.
Dafr entschuldigt sie sich.
Abends macht der Oberarzt eine Punktion (er steckt die Nadel direkt in meinen Bauch) und versucht, den Bluterguss zu verkleinern.
Aber es kommen nur ein paar Tropfen Blut.
Er nimmt das Zellstoffpapier, um den Tropfen Blut abzuwischen und drckt ihn auf das Loch, das die Nadel hinterlassen hat.
Zum Glck bringt der Assistenzarzt ihm dann noch die sterilen Kompressen.
Darber habe ich noch einmal nachgedacht:
Wenn wir in ein Restaurant gehen, verlange wir gutes Essen und sauberes Geschirr.
Aber als Patient hat man gar keine Ansprche, man kann nur hoffen, dass der Arzt und die Krankenschwestern es richtig machen.

Zwoelfter Tag:

Mein Zustand verbessert sich jeden Tag. Alle Krankenschwestern sind jetzt nett und freundlich.
Wahrscheinlich habe ich mich jetzt an die Station angepasst.
Wenn ich z. B. am Abend einen Tee will, dann sage ich das gleich nach dem Abendessen.
Ich bin so langsam selbststndig geworden und brauche jetzt von den Krankenschwestern keine Hilfe mehr.
Ich danke dem rzteteam und den Krankenschwestern fr ihre Arbeit.
Leider bleiben die schlechten Erfahrungen, die ich gemacht hatte, als ich noch schwer krank war, tief in meiner Erinnerung.


Ich verffentliche diesen Teil aus meinem Tagebuch, weil ich denke, dass die Krankenschwestern und die Krankenhausleitung wissen sollten, wie der Patient sich fhlt und wie er leidet.

: บันทึกจาก พี่แก้ว พิกุล (Һҹ ) [3 .. 51 13:25] ( IP A:79.196.203.156 X: )
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